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Hochriskantes Biken

very old motorcycle traveler fisherman on the shore of a small river at sunset


Fahr mit Road King an das Ende
mit dem Ausstieg im Gepäck
verbrenn die Kutte samt dem öden Patch
komm raus aus dem Versteck
geh zu einem fremden Menschen
frage wie es um ihn steht
läuft sein Leben nicht so rosig
klage ihm wie’s Dir ergeht
mit Deinen Schwächen und dem Zweifel
an Stärke und der Männlichkeit
gründet Schwesternschaft in Umkehr
ihr seid zumindest schon zu zweit.

Das ist hochriskantes Biken
Abgesang auf Dominanz
Empathie auf Überholspur
pure Liebe, heller Glanz Weiterlesen Hochriskantes Biken

Der Hells-Angel-Pfad zu meisterhaftem Motorradfahren

Suny Barger
Von einem Hells Angels als einem Motorradfahrer zu sprechen ist hanebüchen genug, um urplötzlich von einem Trupp wildgewordener Psychiatrieschergen in Zwangsjacke einkassiert zu werden. Das Motorrad eines Hells Angels ist nichts anderes als sein Symbol des Widerstands und sein Werkzeug der Anarchie. Er würde auch eine Ziege reiten, hätte Marlon Brando in „Der Wilde“ das Städtchen Wrightsville auf einer Geiß gepiesackt.

Nichtsdestotrotz findet man einen Outlaw eher auf einem Motorrad wieder, als dass man ihn beim Zickenmelken antrifft, obwohl Letzteres seinem wütendem Gemüt äusserst zugute kommen würde. So ist es, dass Hells Angels – oder auch Bandidos und Konsorten, also jene „Rocker“ mit leicht abgeändertem Kostüm am gegnerischen Karnevalswagen – auch das Gras auf meiner Weide fressen. Weiterlesen Der Hells-Angel-Pfad zu meisterhaftem Motorradfahren

Das Märchen vom risikofreien Motorradfahren


Es war einmal ein Königreich, in dem niemand entscheiden konnte, wie er wollte. Es waren die Götter die entschieden. Ob ein Motorradfahrer verunglückte oder nicht, das war göttliche Fügung. Die Menschen hatten so viel Vertrauen in das Schicksal, dass sie ihre Motorräder mit Talismanen bestückten, Maskottchen sammelten und Amulette um den Hals trugen. Messen und Segnungen waren feste Rituale im Leben jedes Motorradenthusiasten. Kam man nach gefahrener Runde wieder unversehrt nach Hause, meinten es die Götter gut mit einem.

Dem König dieses Reiches gefiel es nicht, dass er gegenüber den Göttern kaum Macht besaß. So schickte er Gelehrte und Wissenschaftler in das Land, um den Menschen die Gottesfurcht auszutreiben. Weiterlesen Das Märchen vom risikofreien Motorradfahren

Ultimatives Sicherheitsgadget „Die Heimat“ (Letztes, wichtigstes und 10.Teil)

Dieter Wellmann
Meine „Heimat“ – sie ist mit Abstand mein wichtiges Zubehör für mein Motorradfahren. Sie schliesst als zehntes Teil und somit als Sahnehäubchen die Reihe meiner „Ultimativen Sicherheitsgadgets“. Heimat ist für mich Grundlage und Voraussetzung für gelungenes Kurvenkratzen und Highwaycruisen.

Ich blicke zur Seite und erkenne, dass diejenigen, die keine Heimat haben, sich schwer tun mit Unsicherheiten zurecht zu kommen. „Heimatlose“, riskieren entweder zu viel oder zuwenig, wobei ich mir mit diesem „zuviel“ und „zuwenig“ durchaus anmaße zu sagen, was balanciertes Risiko kennzeichnet. Es ist natürlich meine subjektive Einschätzung, was „richtig“ ist und was nicht. Dasselbe, was für einen Anderen viel zu schnell oder viel zu riskant bedeutet, kann für mich entspannter grüner Bereich sein – und umgekehrt.

Trotzdem nehme ich mir heraus zu sagen, was für die Allgemeinheit „zuviel“ und „zuwenig“ Sicherheit bedeuten könnte. Dies beruht auf meiner Intuition, ist daher nicht verhandelbar, sondern einfach ein kräftiges Grummeln in meiner Magengegend.

Was ist Heimat? Weiterlesen Ultimatives Sicherheitsgadget „Die Heimat“ (Letztes, wichtigstes und 10.Teil)

Angst und Schrecken an der Motorradfront

scary evil clown

Blutporno, Kreislaufkollaps, Polizei, Krusty der Clown, Rechtschaffenheit, Motorradcrash – dies alles und viel mehr gab es gestern bei einer Veranstaltung am Fahrsicherheitsgelände in Straßwalchen zu erleben. Es hat sich tatsächlich so zugetragen, wie in diesem Bericht (ich war nüchtern!).

Vorrausgeschickt sei, dass die Gastgeber – das Team des ARBÖ – einen grandiosen Job erledigten und keineswegs verantwortlich waren, dass irgendwie alles exorbitant aus dem Ruder lief. Ach ja, „Sicherheit ist käuflich“ war der Imperativ dieser „Informationsveranstaltung über Motorrad-Schutzbekleidung“.

Aber der Reihe nach:

15:00 Uhr

An die 200 Motorradfahrer im Alter jenseits der ccm ihrer Zweiräder parken ihre grau-schwarzen Limousinen vor dem ARBÖ-Gebäude, in dem ich einen Spätnachmittag erlebe, der in meinem Universum zwischen Gruselshows und Staubsaugerverkäufe seinen Platz finden wird. Der Motorradtyp „Beamter mit Rockeraccessoires“ ist zahlreich vertreten und wird von der Polizei – als Mitveranstalter – höflich in den Vortragssaal eskortiert. Viele durchaus nette Leute, aber auch nicht mehr. Begleitwerk: Ab und zu ein Flinserl, ein grimmiger Bart samt Seitenscheitel oder eine Krawatte, die unter der „Racer“-Lederjacke vorsichtig hervorlugt, als würde sie den guten Absichten dieser Veranstaltung nicht gänzlich trauen. Ein Riegel mit Genre Ich-wär-so-gern-ein-Rocker-Boss befiehlt seiner Gang sich „versetzt zu platzieren“ – eine Weisheit, die er wohl aus irgendeiner Festschrift über Gruppenausfahrten her hat.

15:15 Uhr
Start

Begrüssungsworte von Günther Frühwirth, Geschäftsführer ARBÖ Straßwalchen. Bislang alles im grünen Bereich. Was sich bald ändern sollte.

15:20 Uhr
Lasst die Spiele beginnen!

Manfred Schnitzhofer, in Funktion als Präsident der Redbiker Salzburg und optisch an das Musketier Athos erinnernd, eröffnet das Hochamt auf Schutzbekleidung und redet von Prävention und Airbag, so als würde sich das Ding bereits vor dem Sturz aufblasen. Ich bin weiterhin guten Mutes.

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