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+++ EILMELDUNG +++

… diese Überschrift lächelt uns seit einigen Tagen permanent von den Seiten unserer Medien: Japan – Tsunami – Erdbeben – Kernkraft …

Worte wie Fall Out, Black Out, Burn Out sind Mode. Was ist das nächste? Die Out?

Im Gegensatz zum Motorradfahren ist Eigenverantwortung bei Tsunamis bzw. Erdbeben weniger verlangt. Das unterscheidet auch Risiko von Gefahr. Bei Kernkraft schauts schon anders aus? Wen hast Du letztes mal gewählt? Hast Du vor zwei Wochen beim Euratom-Volksbegehren unterschrieben? Ach, hast gar nicht gewusst, dass es eines gab? Naja, ich war auch nicht dort.

Wie wir in den letzten Tagen beobachten können, hat das präventive Risikomanagement in Japan nicht viel geholfen.

Die Situation beim Motorradfahren ist oft eine ähnliche und wird von Bernt Spiegel in seinem Buch „Die obere Hälfte des Motorrads“ als Risikointegral beschrieben.

Risikointegral: Ich fahre eine unübersichtliche Kurve. Reduziere daher meine Geschwindigkeit – es könnte ja ein Hindernis in der Kurve stehen. Soweit sogut – leider reduziere ich die Geschwindigkeit nicht so weit, dass, falls tatsächlich ein Hindernis in der Kurve wäre, ich den Unfall verhindern könnte.

Beispiele zum letzten Posting passend: „Mir ist Sicherheit wichtig, daher halte ich genug Abstand auf der Autobahn!“ Leider ist mein gefühlsmässiger Abstand nicht groß genug um einen tatsächlichen Crash zu verhindern. (dazu ein gelungener Abstand-Film auf www.allesführerschein.at)

risk’n’ride, Dieter

ad Auffahrunfälle 2009

So, gestern gabs die Statistik für 2009. Heute roll ich das Feld von hinten auf und widme mich dem Auffahrunfall, der den 4.Platz im Ranking der Unfalltypen bei getöteten Motorradfahrern einnimmt.

3%, also im ganzen Jahr 09 in Österreich gab es „nur“3 Tote bei Unfällen im Richtungsverkehr. Statistisch könnte man das vernachlässigen, wäre da nicht der hohe Prozentsatz bei den Verletzten, nämlich 17% (597 Personen).

Vereinfacht: Passieren tun diese Crashs oft, man stirbt nur nicht gleich dabei. Dies hat klar physikalisch Gründe, da ich ja dem Vordermann in gleicher Richtung bzw. meist bereits gebremmst auffahre.

Wie kann ich mir Abhilfe schaffen?                                                                                      3 Tipps zum Überleben:

Vorausgeschickt sei, dass bei schweren Auffahrunfällen nicht das Auto bzw. LKW auf das Motorrad stößt, sondern meist das Umgekehrte der Fall ist, also Motorrad auf Hinderniss.

1. Ich trainiere den Abstand

Ja, richtig: TRAINIEREN! Es reicht unserem Hirn nicht alleine aus, uns immer wieder zu vergegenwärtigen, dass wir genug Freiraum zum Vordermann haben, sondern das muss auch gefühlsmässig trainiert werden. Je mehr wir im Straßenverkehr auch mit dem Auto gewöhnt sind zu drängeln oder knapp aufzufahren umso schwieriger wird es diese Gewohnheit für uns zu verändern. TRAINIEREN heisst in diesem Fall, denken und tun. Da wir Freizeitfahrer selten mentales Training auf der Couch praktizieren müssen wir durch unser Tun das Gefühl des richtigen Abstands erlangen. Kurz gesagt: Beim Fahren immer wieder den richtigen Abstand vergegenwärtigen (also ins Bewusstsein rufen) und ihn auf einstellen (tun -> Gefühl)!

2. Ich über die Notbremsung

Dazu ist ein Fahrsicherheitstraining optimal. Kann ich die OPTIMALE Notbremsung, darf ich diese natürlich auch auf der Straße üben (bitte mit vorherigen Blick in den Rückspiegel). Empfehlungen für Fahrsicherheitstraings in Oberösterreich (sorry falls Du wo anders wohnst), hier.

3. Fluchtwegtraining

Wohin blickt das untrainierte Hirn, wenn vor mir ein Auto bremst? Genau, auf dessen Bremslichter. Wohin fährt das Motorrad? Genau dorthin worauf ich blicke. Also Notbremsung ist nur dann aussreichend, wenn genügend Platz da ist. Hab ich den nicht -> Bremsen und Ausweichen. Dies funktioniert nur bei geschultem Blick auf den möglichen Fluchtweg = Freiraum. Bremsen und Ausweichen kann ich wiederum am Fahrsicherheitsgelände oder Parkplatz üben. Mein Gehirn kann ich jedoch bei jeder Ausfahrt trainieren, indem ich mich öfters bei Bremsmanövern frage: Wohin wäre ich nun ausgewichen?

Was meinst Du dazu? Wie schaut Dein Risikomanagement dazu aus?

Freiraum, Bremse, Blick und risk’n’ride, Dieter

Unfallstatistik Motorräder 2009

So, kurz bevor Mitte März die Unfallstatistik für Motorradfahrer von 2010 veröffentlich wird, hier einige Daten der alten:

Wie manche von Euch wissen gab es 2009 insgesamt 87 getötete Motorradfahrer (Motorräder/Leichtmotorräder), genauer: 5 Frauen, 82 Männer!

Die meisten zwischen 20-59 Jahre alt. Hochrisikogruppe sind die 40-49 jährigen.         Junge Motorradlenker unter 20 Jahre fallen statistisch kaum ins Gewicht, „nur“ 3.

Registrierte Verletzte gab es 3464, davon 16,39 % Frauen. Das heisst, bei einem Sturz stirbt ein Mann 2,8x eher als eine Frau.

Bis jetzt alles Zahlen, die mein Fahren und mein Verhalten nicht weiter beeinflussen können (weder durch Antiaging noch Geschlechtsoperation).

Wo und wie kann mir die Statistik also helfen?

Interessant wird es wenn man die Unfalltypen herausfiltert, bei denen sich Motorradfahrer verletzten oder getötet werden:

Hitliste Verletzte 2009: in Prozent (gerundet)

1. Kreuzungsunfälle                 1230      36 %
2. Alleinunfälle                         1150      33 %
3. Auffahrunfälle                        597      17 %
4. Überholunfälle                      330      10 %
5. Sonstige                                     93        3 %
6. Mit beteiligten Fußgängern   50        1%
7. Im ruhenden Verkehr              14      statistisch nix

Hitliste Getötete 2009: in Prozent (gerundet)

1. Alleinunfall                                30      34 %
exaequo
1. Überholunfälle                          30      34 %
3. Kreuzungsunfall                        23      26 %
4. Auffahrunfälle                              3        3 %
5. Mit beteiligten Fußgängern       1         1 %
6. Im ruhenden Verkehr                 0      also keiner
7. Sonstige                                         0      also keiner              (Quelle: Statistik Austria)

In den nächsten Tagen werd ich meine Gedanken über jeden Unfallstyp einzeln posten. Bis dahin: stay tuned und risk‘n‘ride , Dieter

50 € Gutschein für Oberösterreichische BikerInnen

Bezüglich meines Postings von gestern: Bitte liebe oberösterreichische Biker: Nutzt den Gutschein! Das Land schenkt Dir € 50,- für ein Intensiv-Fahrsicherheitstraining! (leider seit 1.September 2010 nicht mehr € 100,-)

Also einfach hier Daten eingeben und in 2-3 Tagen ist der Gutschein in der Post.

Meine Empfehlungen:

wie immer,

risk’n’ride, Dieter

Alles Risiko!

Heute fuhr ich genußvoll hinter einem Wagen der Straßenmeisterei her, die den Asphalt vom Rollsplit säuberte. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, trotzdem denk ich laut über den Saisonstart nach.

Gleichzeitig starte ich auch diesen Blog. Als Vater meiner kleinen Tochter Maya ist Motorradfahren immer wieder ein Spagat zwischen Wagnis und Sicherheit. Diesen Tanz am Rand des Limits möchte ich mit Euch teilen. Wer immer Lust dazu hat … Alles Walzer! … Alles Risiko!